Die Mondblindheit beginnt oft mit geschwollenen, tränenden Augen. Das Pferd reagiert stark lichtempfindlich, kneift das Auge häufig zu und du siehst von der Pupille teils nur noch einen schmalen Schlitz; manchmal kommt Fieber dazu. Weil das Tier starke Schmerzen hat, hebt es oft den Kopf, streckt ihn nach vorn und klappt die Oberlippe hoch – ein typisches Schmerzverhalten. Nach dem ersten Schub folgen meist weitere: Die Anfälle dauern oft 1–2 Wochen, dazwischen wirkt das Auge anfangs unauffällig. Mit der Zeit bleiben jedoch Schlieren zurück und das Auge tränt zunehmend. Häufig lösen Leptospiren diese Erkrankung aus.
Mit jedem Rückfall verkürzen sich oft die beschwerdefreien Intervalle, und die wiederkehrenden Entzündungen schädigen das Auge Schritt für Schritt. Dann trüben Hornhaut, Linse und die vordere Augenkammer ein, die Iris verklebt mit der Linse, der Glaskörper verfärbt sich gelblich-grünlich, es kann ein Glaukom entstehen und die Linse schrumpft schließlich. Mondblindheit betrifft ein Auge oder beide. Hengste erkranken häufiger als Stuten, und junge Pferde zeigen insgesamt eine höhere Anfälligkeit. Bei einem großen Anteil der diagnostizierten Augenerkrankungen spielt Mondblindheit eine Rolle.