Säure-Basen-Haushalt beim Hund: So hält der Körper den pH-Wert
„Übersäuerung“ ist ein Wort, das viele Hundehalter schon gehört haben. Doch wie funktioniert der Säure-Basen-Haushalt beim Hund eigentlich? Kurz gesagt hält der Körper den pH-Wert seines Blutes in einem sehr engen Bereich, und dafür hat er drei Werkzeuge: Puffer, Lunge und Niere. Gerät der Blut-pH selbst aus dem Gleichgewicht, spricht man von einer Azidose, einer Erkrankung, die die Tierarztpraxis mit einer Blutuntersuchung feststellt. Im Alltag meinen Halter mit „Übersäuerung“ meist etwas anderes: einen säureempfindlichen Magen und eine hohe Säurelast aus Fütterung und Alltag. Dieser Beitrag erklärt die Grundlagen verständlich und zeigt, wie Sie den Säure-Basen-Haushalt Ihres Hundes im Alltag unterstützen.
Aktuell: Die Niere im Blick der Forschung
Wie wichtig die Niere für den Säure-Basen-Haushalt ist, zeigt eine Studie, die im Mai 2026 im Journal of Veterinary Internal Medicine erschien. Forschende aus North Carolina und Florida begleiteten 50 Hunde mit chronischer Nierenerkrankung bis zu ein Jahr lang. Die Niere scheidet Säure unter anderem in Form von Ammonium aus. Hunde, die wenig Ammoniak mit dem Urin ausschieden, lebten deutlich kürzer (mediane Überlebenszeit 189 gegenüber 445 Tagen), und ihre Erkrankung schritt schneller voran. Die Autoren sehen den Messwert als möglichen Hinweis darauf, welche nierenkranken Hunde von einer Basentherapie profitieren könnten. Über gesunde Hunde sagt die Studie nichts aus.
Was bedeutet der pH-Wert?
Der pH-Wert beschreibt, wie sauer oder basisch eine Flüssigkeit ist. Werte unter 7 sind sauer, Werte darüber basisch. Im Körper hat jeder Bereich seinen eigenen pH-Wert, und „sauer“ ist dabei nicht automatisch schlecht. Der Magen ist sogar gewollt stark sauer: Bei gesunden Hunden lag der mittlere Magen-pH in einer Messung mit einer pH-Kapsel bei etwa 2,4.
Ganz anders das Blut. Sein pH-Wert wird laut dem veterinärmedizinischen Lehrangebot der Cornell University bei Gesunden in einem engen Bereich von etwa 7,35 bis 7,45 gehalten, also leicht basisch. Bei gesunden Beagles lag er in einer Studie vor dem Füttern im Mittel bei 7,395 (junge) und 7,408 (alte Hunde).
Wie hält der Hund seinen Säure-Basen-Haushalt im Gleichgewicht?
Im Stoffwechsel entstehen ständig Säuren, zum Beispiel beim Abbau von Eiweiß. Damit der Blut-pH trotzdem stabil bleibt, arbeiten drei Systeme zusammen:
- Puffer: Sie fangen Säuren sofort ab. Der wichtigste Puffer außerhalb der Zellen ist Bikarbonat, danach folgen Eiweiße im Blut und die Knochen. In den Zellen puffern unter anderem Eiweiße, Phosphate und der rote Blutfarbstoff.
- Lunge: Mit jedem Atemzug gibt der Körper Kohlendioxid ab, das im Blut wie eine Säure wirkt. Über die Atmung lässt sich der pH-Wert schnell anpassen.
- Niere: Sie arbeitet langsamer, dafür langfristig. Sie gewinnt Bikarbonat zurück und scheidet überschüssige Säure mit dem Urin aus.
Wie gut das funktioniert, zeigt das Füttern. Bildet der Magen nach der Mahlzeit Säure, wird das Blut kurzzeitig etwas basischer. Diese „alkalische Flut“ trat in einer Studie bei allen gesunden Hunden auf, der pH stieg auf rund 7,45. Die Atmung glich einen Teil davon aus.
Was ist eine echte Übersäuerung (Azidose)?
Fachleute sprechen von einer metabolischen Azidose, wenn sich im Körper nicht flüchtige Säuren ansammeln oder wenn Bikarbonat verloren geht. Laut Cornell University ist sie die häufigste Säure-Basen-Störung bei kranken Kleintieren. Mögliche Ursachen sind zum Beispiel:
- Nierenerkrankungen: Die Niere scheidet die täglich anfallende Säure nicht mehr ausreichend aus.
- Diabetes: Bei einer Entgleisung entstehen saure Ketonkörper.
- Milchsäure: Sie sammelt sich an, wenn Gewebe zu wenig Sauerstoff bekommt, etwa bei einem Schock oder starker Austrocknung.
- Durchfall: Mit dem Darminhalt geht Bikarbonat verloren.
Auch das Gegenteil gibt es: Wer viel Magensäure erbricht, verliert Säure, und das Blut kann zu basisch werden. Eine ausgeprägte Azidose belastet unter anderem Herz und Kreislauf. Festgestellt wird sie mit einer Blutgasanalyse und anhand der Krankheitszeichen. Der pH-Wert einer einzelnen Urinprobe ist dafür laut Cornell University kein verlässliches Maß.
Die Behandlung richtet sich nach der Ursache. Bei nierenkranken Hunden in den Stadien 3 und 4 empfiehlt die Internationale Nierengesellschaft IRIS: Liegt der Bikarbonatwert im Blut nach der Umstellung auf eine Nierendiät unter 18 mmol/l, wird er tierärztlich mit Natriumbikarbonat (bei Kaliummangel mit Kaliumcitrat) auf 18 bis 24 mmol/l eingestellt.
Übersäuern gesunde Hunde durch Futter, Stress oder Alter?
Mit „Übersäuerung“ meinen Halter im Alltag meist keine Azidose des Blutes, sondern zwei andere Dinge: einen säureempfindlichen, gereizten Magen, der sich durch Schmatzen, Grasfressen oder Erbrechen von gelbem Schaum auf nüchternen Magen zeigen kann, und eine hohe Säurelast, die Puffer, Lunge und Niere jeden Tag ausgleichen müssen. Wie hoch diese Last ist, hängt stark von Fütterung und Alltag ab.
Das Futter hat laut Cornell University einen deutlichen Einfluss auf den pH-Wert des Urins. Hunde haben als Fleischfresser von Natur aus eher sauren Urin, denn beim Abbau von Eiweiß fällt Säure an, die die Niere ausscheidet. Sehr fleischreiche Rationen ohne Gemüseausgleich bringen entsprechend mehr Säure in den Stoffwechsel. Bei körperlicher Belastung kommt Milchsäure (Laktat) hinzu: In einer Studie von 2025 mit 16 Arbeitshunden stieg der Laktatwert direkt nach dem Training an und war eine Stunde später wieder auf dem Ausgangswert.
Genau hier setzt der Alltag an: Gemüse in der Ration, Pausen nach dem Training, feste Abläufe und eine basische Ergänzung über das Futter. AnoKath Liquid ist eine basische Lösung, die stoffwechselbedingte Säuren im Verdauungstrakt sanft abpuffert, ohne den Magen zu belasten. Halten Beschwerden wie Schmatzen, Erbrechen oder Juckreiz an, gehört die Abklärung in die Tierarztpraxis.
Tipps für den Alltag
- Frisches Wasser bereitstellen: Ihr Hund sollte jederzeit sauberes Trinkwasser erreichen können.
- Ausgewogen füttern: Ein vollwertiges Futter passend zu Alter, Größe und Aktivität ist eine gute Grundlage.
- Erbrechen und Durchfall ernst nehmen: Halten sie an, kann der Körper Säure oder Bikarbonat verlieren. Dann ist die Tierarztpraxis gefragt.
- Nach dem Sport Pause gönnen: Milchsäure baut der gesunde Körper innerhalb kurzer Zeit wieder ab.
- Vorsorge nutzen: Bei älteren Hunden geben regelmäßige Blut- und Urinuntersuchungen Auskunft über Niere und Stoffwechsel.
- Gemüse ergänzen: Fleischreiche Rationen gleichen Sie mit schonend gegartem Gemüse wie Karotten oder Zucchini aus. Wer zusätzlich ergänzen möchte, gibt eine basische Lösung über das Futter, in der Menge laut Etikett.
- Bei Nierenerkrankung Werte kontrollieren lassen: Der Bikarbonatwert im Blut zeigt, ob eine Behandlung nötig ist.
- Anzeichen notieren: Schreiben Sie auf, wann Schmatzen, Grasfressen oder Erbrechen auftreten: nachts, morgens nüchtern oder nach dem Fressen. Halten sie an, hilft das der Tierarztpraxis.
- Alle Ergänzungen nennen: Teilen Sie der Tierarztpraxis mit, welche Futterergänzungen Ihr Hund bekommt.
Häufige Fragen
Wie hoch ist der normale Blut-pH beim Hund?
Bei Gesunden liegt der Blut-pH in einem engen Bereich von etwa 7,35 bis 7,45. In einer Studie mit gesunden Beagles wurden Werte um 7,40 gemessen.
Kann Futter meinen Hund übersäuern?
Futter bestimmt mit, wie viel Säure im Stoffwechsel anfällt: Beim Abbau von Eiweiß entsteht Säure, die die Niere mit dem Urin ausscheidet, und das Futter beeinflusst den Urin-pH deutlich. Sehr fleischreiche Rationen ohne Gemüseausgleich fordern die Puffersysteme darum stärker. Gemüse in der Ration und eine basische Ergänzung über das Futter wie AnoKath Liquid unterstützen den Säure-Basen-Haushalt im Alltag.
Wie stellt der Tierarzt eine Übersäuerung fest?
Mit einer Blutuntersuchung, meist einer Blutgasanalyse, in der pH-Wert, Kohlendioxid und Bikarbonat gemessen werden. Dazu kommen die Krankheitszeichen und die Suche nach der Ursache.
Übersäuern Sporthunde durch Milchsäure?
Bei Belastung steigt der Laktatwert an, das ist normal: Bei gesunden Arbeitshunden war er eine Stunde nach dem Training wieder auf dem Ausgangsniveau. Pausen und eine ausgewogene Fütterung helfen dem Körper dabei. Für Trainings- und Leistungsphasen ist AnoKath Liquid gedacht: Es unterstützt den Säure-Basen-Haushalt auf nutritivem Weg, über das Futter.
Brauchen alte Hunde mehr Basen?
Bei gesunden älteren Hunden halten Puffer, Lunge und Niere den Blut-pH stabil. Mit dem Alter rückt aber die Niere stärker in den Blick, denn sie scheidet überschüssige Säure langfristig aus; regelmäßige Blutwerte zeigen, wie es um sie steht. Über die Fütterung begleiten Sie Ihren älteren Hund mit AnoKath Liquid, einem Ergänzungsfuttermittel für Hunde aller Altersklassen, auch für Senioren.
Fazit
Der Säure-Basen-Haushalt beim Hund ist ein gut abgesichertes System: Puffer fangen Säuren sofort ab, die Lunge regelt schnell über die Atmung, die Niere sorgt langfristig für Ausgleich. Eine echte Azidose ist eine Folge von Erkrankungen wie Nierenleiden, Diabetes oder starkem Durchfall und gehört in tierärztliche Hände. Im Alltag lohnt der Blick auf Fütterung und Bewegung: Gemüse in der Ration, Pausen nach dem Training und eine basische Ergänzung über das Futter unterstützen den Säure-Basen-Haushalt. Welche Anzeichen Halter mit einer Übersäuerung verbinden und wie Sie Ihren Hund unterstützen, lesen Sie in unserem Ratgeber Übersäuerung beim Hund.
Passend dazu: AnoKath Liquid für Hunde
Wer die tägliche Fütterung ergänzen möchte, findet bei AnoKath mit AnoKath Liquid für Hunde ein flüssiges Ergänzungsfuttermittel aus Wasser, Kochsalz und der körpereigenen Aminosäure Glycin. Die basische Lösung puffert stoffwechselbedingte Säuren im Verdauungstrakt sanft ab, ohne den Magen zu belasten, ist geruchs- und geschmacksneutral und eignet sich für Hunde aller Rassen und Altersklassen. Es wird über das Futter gegeben, die Menge richtet sich nach der Fütterungsempfehlung auf dem Flaschenetikett; als Kur empfiehlt AnoKath 8 bis 12 Wochen. Kein Tierarzneimittel. Ersetzt keinen Tierarztbesuch.
Quellen:
- Cornell University, eClinpath: Acid-base overview
- Cornell University, eClinpath: Types of acid-base disturbances
- Cornell University, eClinpath: Specific acid-base disturbances (Laktatazidose)
- Cornell University, eClinpath: Urinalysis, chemical constituents (Urin-pH)
- Harris A. N. et al. (2026): Association of impaired ammonia excretion with survival in dogs with stable chronic kidney disease. Journal of Veterinary Internal Medicine
- Ozaki J. et al. (2000): Comparison of arterial blood gases and acid-base balance in young and aged beagle dogs, with regard to postprandial alkaline tide. Journal of Toxicological Sciences
- Grady K. et al. (2023): Gastric pH and serum gastrin concentration in age-matched healthy dogs and dogs with chronic kidney disease. Journal of Veterinary Internal Medicine
- Cocco R. et al. (2025): Take a Look Towards the Stress Response of Working Dogs: Cortisol and Lactate Trend Mismatches During Training. Animals
- International Renal Interest Society: Treatment Recommendations for CKD in Dogs 2023 (PDF)
Titelbild: Grafik AnoKath, Foto: Wojciech Wyszkowski auf Unsplash (Unsplash-Lizenz).
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